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Die Durst Der Wikinger

Trinkgewohnheiten in Skandinavien und Schweden

Die skandinavischen Wikinger wurden schon im 4. Jahrhundert v.Chr. als die „Männer von Thale“ bezeichnet. In der Geschichte der Antike berichtete Pytheas, ein griechischer Weltenkundler und Entdeckungsreisender, vom trostspendenden Getränk der Wikinger aus Getreide und Honig. Später, als die Raubzüge der Wikinger allgemein bekannt waren, wurden sie oft als von Met betrunkene Vandalen geschildert. Seit der Heimsuchung Kiews durch die Wikinger im 12. Jahrhundert weiß man auch von den großen Trinkgelagen derselben bei Beerdigungen.

The Old Town in Stockholm
Altstadt in Stockholm

In den tänkeböcker (Bücher, die Notizen und Protokolle aus dem Stockholmer Rathaus erhalten) der Stadt Stockholm aus dem Jahre 1474 werden tiefe Einblicke in das Leben der Einwohner der kleinen Hauptstadt gegeben. So ist dort zu entnehmen, dass der Schwarz­pulverhersteller Tydecke wahrscheinlich einer der Pioniere der Branntweinherstellung in Schweden war. Er hat das alkoholische Getränk vermutlich zur Befeuchtung des explosiven Gemischs aus Kohle, Schwefel und Salpeter verwendet. Dabei entdeckte er den berauschenden Effekt des Branntweins.

In den 1490er Jahren bekam Kort Flaskedragare ein Monopol, in Stockholm Branntwein herzustellen und zu verkaufen. So wurde er zum ersten Monopolinhaber für die Herstellung von Alkohol in Schweden.

I den 1550er Jahren schlug der schwedische König Gustav Vasa vor, dass man den Soldaten Schnaps, Wein vom Rhein, Met und pysslingskulle (ein Getränkegemisch) geben möge, damit diese „unerschrocken und tollkühn“ kämpfen würden.

The Old Town in Stockholm
Altstadt in Stockholm

Ende der 1740er Jahre propagierte Eva De La Gardie, dass Kartoffeln anstelle des teuren Getreides zur Herstellung von Branntwein (Vodka) verwendet werden sollen. Im Jahre 1754 betrachtete man Vodka als Medizin, Tischgetränk und Nahrungsmittel. So hatten auf den schwedischen Höfen üblicherweise die Beschäftigten das Recht, sich mehrmals am Tag „einen zu genehmigen“, was sogar auch für Frauen und Kinder galt. Man empfahl: Einen Schnaps nach dem Aufstehen um den Hals und Magen zu säubern, einen weiteren zum Frühstück oder als Schuss in den Morgenkaffee („gök“), einen ordentlichen Schluck vor dem Mittagessen um den Hunger zu steigern, dann einen Schnaps zum Essen, einen am Nachmittag, und schließlich je einen vor und nach dem Abendessen, letzteren als notwendigen Schlummertrunk. Sieben Schnäpse am Tag wurden für angemessen und schlichtweg gesund angesehen. Und es galt: Auf einer Reise von sieben Meilen sollte der Reisende mindestens fünf Liter Vodka als Proviant mit sich führen.

1775 war es patriotisch, Drei Kronen-Vodka zu trinken weil er das königliche Symbol trug und die Einkünfte daraus an die schwedischen Streitkräfte gingen. Im Jahre 1776 aber verbot der schwedische König Gustaf III. auf Anraten von Georg Gustaf Wrange aufs Schärfste das Brennen zu Hause sowie den Schnapsimport. Stattdessen schlug Wrange dem König vor, in grossem Umfang die eigene Branntweinindustrie zu fördern. Ein Großteil der Brennereien wurde daraufhin am königlichen Schloss angesiedelt. Das Verbot, im eigenen Heim zu brennen führte zu strengen Polizeikontrollen auf den schwedischen Höfen und Häusern, wobei oftmals das Brennereizubehör beschlagnahmt wurde. Der König aber selbst betrieb eine Brennerei beim Schloss Gripsholm zur Sicherung der eigenen, heimischen Erzeugung.

Home distillation apparatus
Brennereiwerkzeug für den häuslichen Gebrauch

Die Maßnahmen zum Verbot der hauseigenen Herstellung von Schnaps waren sehr unpopulär und weckten großen Unmut unter der schwedischen Bevölkerung. 1787 bekamen die Schweden das Recht zur eigenen Branntweinherstellung wieder zurück, allerdings unter Auflage einer zu entrichtenden Steuer. Erst am Ende des 19.Jahrunderts wurden alle Restriktionen aufgehoben.

Dies löste großen Alkoholkonsum unter der Bevölkerung aus, was den Staatdondadda auf dem Reichstag von 1854 veranlasste, erneut Restriktionen einzuführen und die heimische Schnapsbrennerei auf zwei Monate im Jahr zu begrenzen sowie den Verkauf zu regulieren. Ab 1860 verbot der Staat erneut das Brennen zuhause komplett. Seitdem ist die Herstellung von Branntwein reguliert, obgleich das Brennen zuhause nie ganz zu unterbinden war.

The distillery at Gripsholm Castle
Die Brennerei am Schloss Gripsholm

In der Zeit von 1914-1955 wurde in Schweden das sog. Motbok geführt um den Alkoholkonsum zu kontrollieren und zu vermindern. Dabei handelte es sich um ein Heft in dem bei jedem Einkauf von Alkohol bei Systembolaget die Einkaufsmenge durch Stempelung festgehalten wurde, um so die Rationen überwachen zu können. Im Durchschnitt wurden 1,82 Liter Alkohol pro Monat und erwachsener Person bewilligt.